TU Dresden, Fakultät Informatik, Institut für Angewandte Informatik, Professur Prozesskommunikation

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Im Bereich der industriellen Kommunikationssysteme liegt der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten auf Ethernet-basierten Automatisierungsnetzen, auf Feldbussen sowie auf dem Management von heterogenen industriellen Netzen. Schwerpunkte im Bereich der Informationsmodelle sind insbesondere Themen wie Geräte- und Interaktionsmodelle im Life-Cycle von Automatisierungslösungen, durchgängige Beschreibungssprachen und verteilte Applikationen. Das Themenfeld Industrial Internet schließlich beinhaltet die Integration von IT-Lösungen, mit Schwerpunkt auf web-basierten Lösungen, in die Automation sowie Internet-gestützte Anwendungsplattformen.

Die Integrationsprozesse in der industriellen Automation bedürfen noch erheblicher Verbesserung. Derzeit fehlt ein durchgängiges Konzept für das Handling von Geräte- und Projektinformationen. Aktuelle Arbeiten der Professur sind daher so ausgerichtet, dass die bestehenden singulären Lösungen analysiert und klassifiziert werden und in ein in Entwicklung befindliches flexibles System zur Verwaltung und Annotation eingeordnet werden. Dies stellt eine Grundvoraussetzung für die aufwandsarme Entwicklung von Werkzeugen dar, die für eine bessere Integration der Einzelprozesse erforderlich sind. Die Integration bezieht sich auf vertikale Aspekte (Hierarchie-Ebenen entsprechend der Automatisierungspyramide), auf horizontale Aspekte (heterogene industrielle Kommunikationssysteme) und auf zeitliche Aspekte (Life-Cycle).

Von wesentlicher Relevanz für den nachhaltigen Einsatz moderner Automatisierungssysteme ist die Betrachtung von Life-Cycle-Aspekten in Kombination mit Total Cost of Ownership (TCO). Dies bezieht sich sowohl auf die Produkte des Automatisierungssystems, als auch auf die produzierten Güter. Für die erstere Aufgabe sind in heterogenen Systemen übergreifende, abstrahierte Funktionen erforderlich. Diese Funktionen wurden werden in aktuellen Arbeiten der Professur adressiert, wobei insbesondere auf deren informationstechnische Modellierung und Beschreibung von Ressourcen wie Komponenten und Netzwerke fokussiert wurde.

Im Rahmen von internationalen und nationalen geförderten Projekten werden diese Themen z.B. im Kontext von Funktionsbetrachtungen (ZIM - VEAS), von Funk (ZIM – WiCon, AiF - FiLiA), von integrierten Industrie- und Gebäudeautomationslösungen (EraSME - iModelA), in Bezug auf Diagnose- und Netzwerkmanagement (EraSME - SMartA), aber auch aus der Anwendungssicht (EU 7. FP - PLANTCockpit) bearbeitet.

Ergebnisse der Arbeiten werden auf zahlreichen nationalen und internationalen Konferenzen sowie in Fachzeitschriften publiziert. Es bestehen gute Kontakte mit einer Reihe von Firmen im Bereich der Automatisierungstechnik, darunter gleichermaßen Branchenführer und kmU, sowie mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die Arbeiten auf den genannten Gebieten werden durch aktive Tätigkeit von Mitarbeitern der Professur in Arbeitskreisen von Feldbus-Nutzerorganisationen unterstützt, insbesondere in der PROFIBUS-Nutzerorganisation (PNO). Die Mitarbeiter wirken darüber hinaus im Arbeitskreis „Systemaspekte“ des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) (Schwerpunkte Integrationsprozesse, Life Cycle Modelle und Manufacturing Execution Systems) mit. Arbeiten im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) fokussieren auf das Themenfeld Condition Monitoring. In einer gemeinsamen Taskforce der Informationstechnischen Gesellschaft und der Energietechnischen Gesellschaft des VDE werden ebenfalls Integrationsthemen im Kontext des Smart Grid bearbeitet. In Gremien der VDI-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) arbeiten die Mitarbeiter der Professur u.a. in den Fachausschüssen „Zuverlässiger Betrieb Ethernet-basierter Bussysteme in der industriellen Automatisierung“ (GMA 6.15), „XML in der Automation“ (GMA 5.23), „Security“ (GMA 5.22), „Middleware-Standards in der Automatisierungstechnik“ (GMA 5.16), „Cyber Physical Systems“ (GMA 7.20) sowie „Industrie 4.0 - Begriffe, Referenzmodelle, Architekturkonzepte“ (GMA 7.21) mit. Schließlich ist die Professur in Standardisierungsgremien bei DKE (931.0.2 Unternehmensmodelle, 931.0.12 Life-Cycle-Management und 931.0.13 Condition Monitoring) sowie bei IEC (TC65 / WG19 Life-Cycle-Management) aktiv.

 

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